Geräuschbelastung von Walen

Whale Watching for Cape Cod / Schnabelwale

Schnabel-Wale: Bild-Quelle Wikimedia Commons, Public Domain; Whale-Watching vor der Küste von Cape Cod, USA

Geräuschbelastung der Wale:

Delphine entwickeln einen persönlichen, individuellen Pfiff. Bei der Kommunikation mit einem Artgenossen verwenden sie diesen eigenen Pfiff und den Pfiff des Angesprochenen. Killerwale (Orcas) hingegen verfügen über ein Gruppenrepertoire an Tönen und Kommunikationsdialekten mit dem sie untereinander kommunizieren. Die Kommunikation geht über Distanzen von bis zu 3000 km (z.B. bei Blauwalen)

Der durch den Klimawandel zunehmende CO2-Gehalt der Athmosphäre wird auch zu einem Anstieg des CO2-Gehaltes in den Ozeanen führen, was eine verringerte Schalldämpfung im Wasser bewirkt. Inwieweit dies die akustische Kommunikation der Meerestiere beeinflussen wird, ist noch unbekannt. Neuere Forschungen beobachten bei Walen den gleichen Effekt, der schon länger bei Vögeln bekannt ist: Die Tiere versuchen den Umgebungslärm durch lautere Rufe zu übertönen. Buckelwale ersetzen die Rufe durch Schlagen der Finnen auf die Wasseroberfläche zur Aufrechterhaltung der Kommunikation mit Artgenossen.

Windräder im Windpark Die Gründung von Windparks in der Nordsee wird für erhebliche Lärmbelastung unter Wasser sorgen.

Zudem ist längst unstrittig, dass bei hohen Lärmpegeln Wale zumindest zeitweise die Orientierung verlieren. Unklar ist aber, ob bei Massenstrandungen von Walen in der Vergangenheit hohe Schallamplituden eine Rolle gespielt haben: Bei einigen der gestrandeten Walen wurden immerhin verletzte Hörorgane und innere Blutungen festgestellt, was dazu ein Indiz liefert. Als Ursachen gelten Marinesonar und das Treiben von Fundamenten von Windkraftanlagen in den Meeresboden: Die Verankerung von Windrädern in den geplanten Windparks der Nordsee verursacht unter Wasser eine erhebliche Lärmbelastung. Es gibt Bestrebungen, die hierbei auftretende Lärmbelastung auf 160 dB zu begrenzen. Zu den geplanten technischen Maßnahmen gehört es, rund um die Lärmquelle ein Rohr zu legen, aus dem aus vielen kleinen Bohrungen Luftblasen austreten. Die Schallwellen werden dann teilweise an der Blasen reflektiert, was die Lärmbelastung ausserhalb des Rohrringes deutlich reduzieren soll.

Zu seismischen Untersuchungen zur Entdeckung neuer Ölquellen besteht die Forderung, die örtliche Suche dem Wanderungsverhalten der Wale anzupassen, damit diese nicht durch die hohen Lärmamplituden geschädigt werden. Man würde die Untersuchungen einfach in die Jahreszeiten verlegen, in denen sich die Walen in anderen Meeresgegenden befinden.

Bei den Untersuchungen zur Lärmbelastung von Walen geht man bisher davon aus, das die Wale selbst vor dem Lärm fliehen. Es wäre aber auch möglich, dass die Beutetiere der Wale die Flucht vor dem Lärm ergreifen und die Wale ihren Beutetieren einfach nur folgen. Dieser mögliche Zusammenhang muss erst noch erforscht werden.

 

 

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