Anflugwinkel Flughafen Frankfurt

Im Rahmen des Maßnahmenpakets “Allianz für Lärmschutz” wurden die Anflugwinkel beim Anflug an den Frankfurter Flughafen von 3 auf 3,2 Grad erhöht. Damit wird ab Oktober 2012 Offenbach 60 m und Flörsheim ca. 15 m höher überflogen. Diese von der hessischen Landesregierung mit der Luftverkehrsbranche beschlossene Änderung gilt aber nur bei schönem Wetter. In den Pressemitteilungen wird darauf hingewiesen, dass diese Maßnahme allein nicht spürbar von den lärmgeplagten Anwohnern wahrgenommen werden kann, sondern als eine Maßnahmen eines Gesamtpaketes zu sehen ist. Die Erwartungen an einen verringerten Schalldruckpegel wurden nicht quantifiziert, Messungen sollen die Entlastung quantifizieren. Die zu erwartende Schalldruckpegeldifferenz kann jedoch über eine Punktstrahlernäherung gut abgeschätzt werden kann:

Erhöhung des Anflugwinkels: Flughafen Frankfurt, akustisches Punktstrahlermodell

Die Entfernung der lärmgeplagten Anwohner vom überfliegenden Flugzeug ist groß genug, um dieses als Punktstrahler 0. Ordnung betrachten zu können mit dem Potential

Akustisches Potential Kugelstrahler 0. Ordnung

betrachten zu können. Wegen der Reflektionen am als schallhart betrachteten Boden muss zur Berechnung des Gesampotentials am Boden ein weiterer, gleichphasig schwingender Punktstrahler gleichen Potentials  angeordnet werden (siehe Beispiel mit den Lautsprechern oberhalb des Bahnsteiges). Das Gesamtpotential am Boden ist dann:

Punktstrahlermodell anfliegendes Flugzeug

Einsetzen des Potentials des Kugelstrahlers 0. Ordnung ergibt dann

Punktstrahler im akustischen Modell eines anfliegenden Flugzeuges

 

 

Für die Berechnung der Schalldruckpegeldifferenz zwischen altem und neuem Anflugwinkel kann auf die Phaseninformation der imaginären Anteile verzichtet werden:

Schalldruckpegelabsenkung durch größeren Anflugwinkel

was sich für kleine Anflugwinkel ausdrücken lässt als:

Pegelabsenkung von 0.6 db in Offenbach, Flörsheim

Aus dem Hörtest zu einem Referenzgeräusch und einer Absenkung um 1 dB wird deutlich, dass sich die Anwohner durch diese Maßnahme allein nicht entlastet fühlen werden, da die Absenkung von 0,6 dB kaum hörbar ist.. Siehe auch die Messung der Auswirkungen von Fluglärm anhand medizinischer Parameter wie Bluthochdruck, Häufigkeit von Schlaganfällen und Herzinfarkten.

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     Protestplakate der Flughafengegner in Frankfurt

 

 

Die erhofften Lärmreduzierungen mit dem neuen Anflugwinkel könnten durch ein neues Steigflugverfahren, das die Lufthansa zwischen Juli und September 2013 testet, wieder zunichte gemacht werden: Ab einer Höhe von ca. 300 m (bisher 450 m) können dann beim Abflug die Klappen eingefahren werden, um beschleunigend in den Steigflug überzugehen. Der erhofften Treibstoffersparnis stehen Befürchtungen wegen noch mehr Lärm gegenüber. Das neue Abflugverfahren dürfte zumindest Lärmreduzierungen in Gemeinden bewirken, die etwas weiter weg vom Flughafen liegen.

Die Lärmproblematik im Rhein-Main-Gebiet bleibt eines der regionalen Themen im Bundestagswahlkampf 2013 und zur Wahl des Hessischen Landtages 2013. Die Grünen und die Linken werben mit Slogans zur Fluglärmbekämpfung:

Wahlplakat Bundestagswahl 2013: Fluglärm bekämpfen. Landebahn stilllegen! Die Linke.
Wahlplakat Hessische Landtagswahl 2013: Hessen wechselt zu weniger Fluglärm
Wahlplakat Hessenwahl 2013: Starke Grüne für den Wechsel: Frank Kaufmann streitet für Nachtruhe ohne Fluglärm

Wahlplakate mit lärmbezogenen Themen anlässlich der hessischen Landtagswahl und der Bundestagswahl 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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